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01.04.2020 — #biohybrid #cargo #citylogistics #urbanmobility

StVO-Reform bringt wichtige Neuerungen für Lastenfahrräder

Kurierfahrer in Lastenrad Bio‑Hybrid mit Transportbox

Lastenfahrräder, auch Cargobikes genannt, erobern sich ihren Platz im Mobilitätsmix. Ob im privaten Bereich zum Transport von Kindern und Wocheneinkauf oder bei Transportunternehmen als umweltfreundliche Alternative auf der viel zitierten letzten Meile. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) trug trotz der starken Zunahme von Lastenrädern bisher wenig zum Boom bei. Dies soll sich nun jedoch ändern.

Im Februar 2020 haben die Bundesländer im Bundesrat der Vorlage der Bundesregierung für eine „fahrradgerechtere“ Reform der StVO zugestimmt – mit umfangreichen Änderungen, die insbesondere für Cargobikes relevant sind. Die wichtigsten Neuerungen auch für den Bio‑Hybrid: ein eigenes Symbol für Cargobikes und die Altersfreigabe beim Personentransport. Ebenfalls wichtig: Es gibt weiterhin kein Parkverbot am Fahrbahnrand. Da geht unser Daumen klar nach oben. 

Eigenes Symbol für Cargobikes

Prognosen sagen voraus, dass bis zu 22,6 Prozent des Wirtschaftsverkehrs von Kfz-Transporten auf emissionsfreie Cargobikes verlagert werden könnten (mehr dazu hier). Das Ausweisen spezieller Ladezonen oder größerer Parkflächen für Lastenräder ist hierfür nur ein wichtiger Schritt. Zur eindeutigen Markierung wurde ein neues, einheitliches Symbol definiert. Vorreiter Berlin hatte seit Ende 2019 bereits erste Bodenmarkierungen und Schilder für Cargobike-Stellflächen eingerichtet. Diese gelten jedoch nicht nur für Lieferverkehr und den damit verbundenen Transport von Gütern, sondern explizit auch für Cargobikes, die zum Transport von Personen genutzt werden.

Altersfreigabe beim Personentransport

In der StVO-Reform ist eine Klarstellung der bisher umstrittenen Erlaubnis des Personentransportes – auch für Personen über 16 Jahre – enthalten. In Paragraf 21, Absatz 3 ist nun eindeutig geregelt: „Auf Fahrrädern dürfen Personen von mindestens 16 Jahre alten Personen nur mitgenommen werden, wenn die Fahrräder auch zur Personenbeförderung gebaut und eingerichtet sind.“ 

In der Begründung ist zu lesen: „Diese Voraussetzungen zur Personenmitnahme können insbesondere […] bestimmte Lastenfahrräder erfüllen, die […] auch oder ausschließlich für den Transport von Personen gebaut sind und daher über entsprechende eigene Sitzgelegenheiten für jede Person verfügen.“ Eine Voraussetzung, die die Passenger-Version des Bio‑Hybrid erfüllt.

Kein Parkverbot am Fahrbahnrand

Der vom Radlogistik Verband Deutschland (RLVD) geforderten ersatzlosen Streichung des Fahrrad-Parkverbots am Fahrbahnrand aus dem Entwurf der Bundesregierung haben die Länder nun Rechnung getragen. So bleibt das Parken am Fahrbahnrand weiter für alle Fahrräder erlaubt und Gehwege können nach Möglichkeit freigehalten werden.

Rechtsabbiegepfeil für Fahrräder, Verkehrszeichen für Radschnellwege und Fahrradzonen

Neben den Änderungen für Cargobikes sind in der neuen StVO noch weitere, wichtige Reformen für den Radverkehr enthalten. 

Ein grüner Abbiegepfeil für Radfahrstreifen und Radwege soll implementiert werden, der zukünftig auch Radfahrern nach vorherigem Halten gestattet, trotz roter Ampel rechts abzubiegen. 

Ein weiteres neues Verkehrszeichen, der „Radschnellweg“ wurde ebenfalls in die StVO aufgenommen. Dieses kennzeichnet breite, vom Autoverkehr weitgehend getrennte Radfahrbahnen, die Radfahrern über große Entfernungen hinweg ein schnelles und sicheres Vorankommen ermöglichen sollen. 

Zudem wurde das Verkehrszeichen „Fahrradzone“ eingeführt, das mit einer Maximalgeschwindigkeit von 30 km/h den herkömmlichen „30er-Zonen“ ähnelt. Unter diesen „Fahrradzonen“ sollen zukünftig größere Bereiche nach den Regeln von Fahrradstraßen eingerichtet werden. Dem Radverkehr ist in diesen Zonen der absolute Vorrang gestattet und er darf nicht gefährdet oder behindert werden. Das Sportmagazin Kicker hatte schon einmal berichtet.

Bio‑Hybrid StVO Reform Collage

In der neuen StVO sind wichtige Reformen für den Radverkehr enthalten, unter anderem wird es neue Verkehrszeichen geben

 

Ein Schritt in die richtige Richtung

Wir sehen die StVO-Novelle als einen Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn die beschlossenen Neuerungen durchaus noch Luft nach oben lassen, sind sie dennoch ein erstes wichtiges Signal, um die Vision grüner Städte von morgen zu realisieren.